2011/12
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SV Stahl Thale (5.) – Schackstedter SV (8.)

Nach zwei guten Auftritten und dem glanzvollen Sieg gegen Biere kam am vergangenen Wochenende in Wernigerode (1:2) die Ernüchterung. Eine richtige Erklärung für eine derartige „Achterbahnfahrt“ konnte bisher niemand finden. So bleibt morgen die Hoffnung, dass die Stahl-Elf auf Wiedergutmachung motoviert ist und sich im letzten Heimspiel der Hinrunde mit einer ansprechenden Leistung von ihrem Publikum vorerst verabschiedet. „Wir wollen die letzten beiden Spiele gewinnen, um den Kontakt zur Tabellenspitze zu halten und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen“, gab der Thalenser Trainer Andreas Lehmann die Zielstellung vor. „Gegen die mit 14 Gegentreffern gegenwärtig zweitbeste Abwehr muss mein Team Geduld aufbringen, nicht verkrampfen und ohne frühes Gegentor die nötige Sicherheit gewinnen, um das Spiel am Ende für sich zu entscheiden“, lautet seine Marschroute. Der Schackstedter Torjäger Peter Mosko, der allein zwölf der insgesamt 17 Tore seiner Mannschaft beitrug, wird „keine Sonderbewachung erhalten. Das setzt voraus, dass die Defensive einschließlich Mittelfeld auf hohem Niveau spielt“, so Lehmann weiter.
Der Schacksteder Fußball machte erstmals 2004 höherklassig auf sich aufmerksam. Vier Jahre später gab es in der Landesliga Mitte die ersten Punktspiele mit Thale. Konnte Thale das Heimspiel mit einer turbulenten Schlussphase gerade 5:4 gewinnen, so wurde nach der 2:3-Pleite in Schackstedt Thales Trainer Ronald Wendler abgelöst. Im Vorjahr waren unsere Gäste in der Landesklasse 4 angesiedelt und konnten erst in der Schlussphase den Klassenerhalt sichern. In der aktuellen Saison schafften die Gäste das, was die Bode-Städter in Wernigerode erhofft hatten – den Auswärtssieg. Dies blieb aber im Saisonverlauf für die Schackstedter der bisher einzige, von der Papierform her also eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Wochenende der Einheimischen. 


SV Stahl Thale   - Schackstedter SV  1:2 


Heim:  Picek – Ahlers (46. Mämecke), Tietze, Schnabel, Kretschmer, Krause, Stange, Kaye (67. Lucas), Drechsel (81. Michaelis), Hägemann, Engel 
Gast:  Hahn - Gerstenberger, Pilz, Fischer, Gärtner, Bauer, Elle, Mosko, Zir, Bilkenroth, Derkach 
Tore:  0:1 Elle (44.); 1:1 Stange (50.); 1:2 Mosko (55.) 
Zusch:  48 


Bericht: 
 
Thale verpasste die Gunst der Stunde, den Rückstand zur Tabellenspitze auf vier Punkte zu verkürzen. Mit dieser zweiten Heimniederlage droht nun sogar die Gefahr, in die Bedeutungslosigkeit der Tabelle abzurutschen. Dabei hatte Stahl-Trainer Andreas Lehmann eine gute Truppe beisammen, denn gegenüber dem grandiosen Biere-Spiel fehlten nur Philipp Geuer und René Neuendorf, dafür standen aber Marko Schnabel und Steffen Hägemann im Aufgebot. „Mein Team hat immer wieder Schwierigkeiten, einem Rückstand hinterher zu laufen“, meinte der Coach. „Diesmal hat es zwar mit dem Ausgleich geklappt, aber nach dem erneuten Rückstand hat die Mannschaft dann viel zu früh auf ‚alles oder nichts‘ gespielt und ist somit in zahlreiche Konter des Gegners gelaufen“. Co-Trainer Roland Wilke ergänzte, dass man „in der Schlussphase viel zu offen war, in Einzelaktionen verfiel und mit der Brechstange zum Erfolg“ kommen wollte. Ein enttäuschter Fan sprach gar von einer Katastrophe und fand keine Erklärung dafür, wie die Stahl-Elf nach starkem Saisonbeginn zum Ende der Hinrunde derart schwächelt. Leistung wird nun einmal von den Zuschauern honoriert oder abgestraft und so wollten am Samstag nur noch 48 zahlende Zuschauer den erhofften Dreier erleben. Die Thalenser begannen die Partie auch gar nicht schlecht und hatten schon nach sieben Minuten mit dem besten Angriff der ersten Hälfte den Führungstreffer verdient, aber Andy Drechsel schoss in aussichtsreicher Position vorbei. Ideen im Mittelfeld waren weiter vorhanden, aber die finalen Pässe kamen selten an, so dass die Bode-Städter die Gäste immer stärker machten. Ihr Spiel wurde getragen von drei tschechischen Spielern, wobei Vladimir Zir als Spielmacher eine überragende Rolle inne hatte und Torjäger Peter Mosko einige gefährliche Akzente setzte (15., 45. 62.). Aber auch Steve Elle prüfte Nico Picek (41.) und brachte seine Farben kurz vor der Pause mit einem platzierten 20-m-Schuss mit 1:0 in Führung (44.).
Als Nico Stange nach einem Freistoß von Hägemann zum 1:1-Ausgleich abstaubte (50.), schien die Welt wieder in Ordnung, aber schon fünf Minuten später lief ein Konter über Zir und Mosko hatte beim 2:1 keine Mühe. Thale versuchte mit hohem läuferischem Aufwand, die Wende herbeizuführen, aber die Abwehr der Gäste stand gut. Schackstedt war mit seinen Konter stets gefährlich und einem weiteren Tor näher als der Gastgeber. Mehrere Thalenser Spieler erreichten nicht ihre Normalform und man gewann den Eindruck, die Einheimischen ließen sich zeitweilig vorführen, reagierten nur noch, anstatt zu agieren. So gab es für Thale nur noch drei verheißungsvolle Aktionen, als ein Kopfball von Engel auf der Querlatte landete (60.), nach einer Eingabe von Mario Krause drei Mitspieler im Zentrum den Ball verpassten (69.) und Alexander Lucas nach Vorarbeit von Hägemann zu schwach abschloss (77.). So war der zweite Auswärtssieg des Schackstedter SV nicht einmal unverdient.